EKK – Studienausgabe

4 02 2010

Der Neukirchener Verlag hat sich offenbar entschlossen, einige Bände des renommierten Evangelisch-Katholischen-Kommentars zum Neuen Testament als preisgünstige Studienausgabe zu veröffentlichen. So kostet der Römerbriefkommentar von Ulrich Wilckens jetzt in einem Band (!) nur noch 39,90 Euro! Parallel dazu erscheint auch der Markuskommentar von Joachim Gnilka zu ähnlichen Konditionen (34,90 Euro). Bleibt nur zu hoffen, dass sukzessive auch die anderen Bände dieser Reihe als Studienausgabe veröffentlicht werden! Zwar gehört die Reihe sicherlich nicht zu den konservativsten Kommentarreihen, aber sie ist mit die gründlichste Reihe was die Exegese betrifft und bezieht auch die Rezeptionsgeschichte mit ein.

Bei Amazon sind beide Titel (Wilckens, Gnilka) vorbestellbar.





Junia, die erste Apostelin?

18 01 2010

Nachdem ich bereits zweimal von meiner Hausarbeit zu Junia, der angeblich ersten Apostelin der Christenheit, berichtet habe, weise ich nun alle interessierten Leser darauf hin, dass die Arbeit soeben in der Reihe MBS Texte des Martin Bucer Seminars veröffentlicht worden ist. Wer sich über Junia und die unterschiedlichen Auslegungen zu Röm 16,7 informieren möchte, dem wird die Arbeit hoffentlich eine gute Hilfe sein.

Daniel Dangendorf. Junia, die erste Apostelin? Eine exegetische Studie. MBS Texte 140 (2010)

Hier geht es zum Download.

Weitere Beiträge:

Wenn mehr rauskommt als drin ist…

Junia (2)





Theologia et Musica feiert Geburtstag

31 12 2009

Morgen, am 1. Januar 2010 feiert Theologia et Musica seinen ersten Geburtstag! Zwar ist die Besucherzahl insgesamt noch sehr überschaubar, was aber nach einem Jahr als Blogger und bei der Anzahl der Posts nicht verwunderlich ist. Es haben sich aber einige sehr gute Gespräche ergeben und ich hoffe, dass meine Leser von dem Blog profitieren konnten!

Dies sind die Top-Posts des Jahres:

Stadtrat lehnt evangelikale Jugendarbeit ab

Deutsche Bibelkommentare

Freier Wille und Ethik

Wenn mehr rauskommt als drin ist

Das Verbrechen Abtreibung

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein gesegnetes neues Jahr!





Helmuth Rillings Weg mit Bach

28 12 2009

Der Rheinische Merkur hat einen der bedeutendsten Bach-Interpreten des 20. Jh. über seinen Weg zu Bach, zur Kirchenmusik und seinen musikalischen Zielen und Interessen interviewt: Helmuth Rilling. Das Interview ist sehr lesenswert, wenngleich seine Einschätzung der Musik Bachs gelegentlich übertrieben sein mag (Bach als “fünfter Evangelist”).

Hier geht es zu dem Interview.





Calvins Erwählungslehre

13 12 2009

Wer gemeinsam mit mir und Tobi Sänger über die Erwählungslehre Calvins diskutieren möchte, den lade ich herzlich ein, sich auf seinem Blog mit zu beteiligen. Die Diskussion dreht sich zur Zeit v.a. um den anthropomorphen Charakter biblischer Aussagen und welche Folgen das für die Erwählungslehre hat.

Hier geht es zu seinem Post.

Weitere Beiträge:

Freier Wille und Ethik

Calvin-Jahr





Stadtrat lehnt evangelikale Jugendarbeit ab

4 12 2009

Ich bin entsetzt über die Entscheidung der Stadt Siegen, die die Calvary Chapel als Träger der Freien Jugendhilfe abgelehnt hat. Kritisiert wurde an der Calvary Chapel u.a.,  sie habe sektenähnliche Strukturen und lehne Homosexualität ab. Nun liegt es sicherlich im Ermessen eines Stadtrates, Fördermittel angemessen kirchlichen Gruppen zukommen zu lassen, einen Rechtsanspruch kann sicherlich keine christliche Jugendarbeit stellen. Die Begründung lässt allerdings sehr zu wünschen übrig: wo bitte geschieht denn weltanschaulich “neutrale” Jugendarbeit? Die Calvary Chapel, die der Evangelischen Allianz angehört, ist nicht mehr oder weniger “Sekte” wie jede andere Freikirche auch. Der Stadtrat trifft diese Entscheidung ohne jeglichen Beweis für eine Diskriminierung Homosexueller oder Vereinnahmung Jugendlicher durch die Gemeinde. Im Gegenteil: gerade in der Calvary Chapel haben viele Menschen eine Heimat gefunden, die gesellschaftlich verachtet wurden. Gerade in den letzten Jahren hat  die ehrenamtlich-diakonische Arbeit der Gemeinde (SecondHand-Laden, Lebensmittelausgabe uv.a.)  nachhaltig zum Gemeinwohl der Stadt beigetragen. Kann eine Stadt das ignorieren?

Dass eine gemeindliche Jugendarbeit auch die Mission Jugendlicher im Blick hat, ist allen christlichen Kirchen gemein und kann nicht als Grund dienen, den Antrag einer Kirche abzulehnen.

Ich möchte an dieser Stelle alle betroffenen Jugendlichen und Gemeindemitglieder ermutigen: auch ohne finanzielle Fördermittel durch die Stadt wird Gott seine Arbeit in Siegen weiterführen! Lasst eure Liebe weiterhin kundwerden allen Menschen, suchet weiterhin der Stadt Bestes und lebt das Evangelium, dem wir als Christen nicht entsagen können!

Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Siegen ihre Entscheidung offiziell begründet!

Weitere Informationen und Hintergründe:

Blog-Beitrag von Tobi Sänger (Jugendpastor der Gemeinde)

idea-Meldung

WDR-Fernsehbeitrag





Worship 2009

27 11 2009

Wie vielfältig die Anbetungsmusikstile gegenwärtig sind, davon kann man sich in zahlreichen Videoportalen ein gutes Bild machen. Hier einmal ein paar kuriose (und teilweise traurige) Beispiele auf Youtube:

1. “Wolgadeutsche Familienandacht”

2. “Blazing Fire” oder Kinder in Ekstase

3. Händel-Revival: Lauter, schneller, weiter..

4. Händel nooch lauter, schneller weiter…

5. Afrikanischer Anbetungstanz

6. schließlich der gute alte Posaunenchor…

Der Hörer mag nach seinen Vorlieben entscheiden…





Was Kornelius wohl zur Judenmission sagen würde…

21 11 2009

Gedanken zu Apg 10

Wie wendet man die Geschichte von Kornelius (Apg 10) heute an? Ist nicht das Problem ein spezifisches Problem des ersten Jahrhunderts? Hat nicht die Kirche inzwischen gelernt, dass das Evangelium allen Menschen gilt? Von Beschneidung redet ja in unseren Kreisen auch schon niemand mehr…
So könnte man sich recht schnell der Herausforderungen der Geschichte von Kornelius entledigen. Ich glaube dennoch, dass die Geschichte uns etwas zu sagen hat. Welchen Menschen verweigern wir das Evangelium? Sind unsere Gemeinden nicht vielfach nur Szene-Gemeinden, die ein bestimmtes Klientel im Blick haben und alle andersartigen von Anfang an ausschließen? Dies gilt gleichermaßen für Jugendgemeinden und traditionelle Gemeinden, selten sind Gemeinden wirklich offen für jeden (außer auf dem Papier). Wer ist uns zu „unrein“, um ihn mit dem Evangelium zu konfrontieren? Sicherlich geht es nicht darum, dass eine Gemeinde
nicht Schwerpunkte auf bestimmte Zielgruppen hin setzen darf, dennoch sollte sie dabei die Offenheit für jeden Einzelnen nicht aus dem Blick verlieren.
Hochaktuell ist der Text auch in der gegenwärtigen Diskussion um Judenmission. Nachdem inzwischen sowohl die Evangelische Kirche des Rheinlandes als auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken Judenmission kritisiert haben, stellt sich die Frage, ob mit der Absage an Judenmission nicht genau das umgekehrt wiederholt wird, was die Einstellung der Judenchristen vor Apg 10 war. Das Evangelium gilt ja nur uns, nicht den Juden…
Die Verpflichtung zur Mission liegt aber gerade im souveränen Wirken des Heiligen Geistes begründet: wo Jesus Juden in seine Nachfolge ruft, kann ich ihnen das Evangelium nicht vorenthalten. Wenn man die Ablehnung der Judenmission mit dem Hinweis auf die Souveränität Gottes in seinem Heilswirken ablehnt, so hat man die biblische Botschaft gründlich missverstanden. Gott lädt vielmehr die Christen (in Apg 10 Petrus) dazu ein, den entscheidenden Schritt zu tun und den Juden (Apg 10: Heiden) das Evangelium zu verkünden. Wo der Heilige Geist dann Umkehr wirkt, da kann ich mich der Verpflichtung zur Taufe nicht entledigen und sagen: „Gott, mach mal, aber ohne mich!“ Indem die Kirche die Judenmission preisgibt, tritt sie das Erbe Petri und Pauli mit Füßen, gerade, wenn man bedenkt, dass durch den Gehorsam dieser Apostel Jesu das ganze Abendland geprägt wurde!

Siehe auch:

Rheinische Kirche lehnt Judenmission ab





Kann Musik Verkündigung sein?

9 10 2009

Wer kennt das nicht? Gottesdienste, deren Musik sich an “dem” Geschmack der Gäste ausrichtet, deren Musik zur billigen Entspannung und Unterhaltung verkommt.Musik als “liturgischer Lückenfüller” und Appetithäppchen….

Dabei ist Musik viel mehr: sie will selbst Evangelium verkündigen und Anbetung gegenüber Gott ausdrücken.

Dazu ein Zitat des evangelischen Theologen und Musikwissenschaftlers Walter Blankenburg:

“Es ist im christlichen Gottesdienst das Amt der Verkündigung nicht beschränkt auf das gesprochene Wort des Predigers auf der Kanzel. So wie alle Stücke des Gottesdienstes teilhaben an der Verkündigung, so auch das Lied der Gemeinde, wie das gesungene Wort des Chors. Die Musik im Gottesdienst hat gegenüber der Predigt nicht eine sekundäre, zweitrangige Funktion in der Stimme der Antwort und des Widerhalls auf das an die Gemeinde ergangene Wort Gottes, so unentbehrlich auch diese ist. (…) Vielmehr sind sacramentum und sacrificium, Wort und Antwort, Verkündigung und Lobopfer durch den ganzen Gottesdienst miteinander verwoben und unzertrennlich miteinander verknüpft. Das aber bedeutet, dass das gottesdienstliche Singen (…) unmittelbaren Anteil hat an dem, was den Gottesdienst begründet und trägt, nämlich an der Vermittlung des Evangeliums. Seine Zurücksetzung ist Verschmähung eines Gefäßes der Verkündigung, das Gott zu seinem Sprachrohr erwählt hat.

(aus: Blankenburg, Walter. Kirche und Musik. V&R: Göttingen, 1979. S. 313)





Zur sogenannten “Bibel in gerechter Sprache”

22 09 2009

Wer sich kritisch mit der sogenannten “Bibel in gerechter Sprache” beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des interessanten Sammelbandes:

Moltmann-Wendel, Elisabeth (Hg. u.a.). Der Teufel blieb männlich. Kritische Diskussion zur “Bibel in gerechter Sprache”. Neukirchener: Neukirchen, 2007

Der Band vereint Aufsätze aus feministischer, historischer und systematisch-theologischer Sicht, die zum großen Teil dieser neuen Bibelübersetzung, die meines Erachtens als die größte Bibelfälschung in deutscher Sprache seit der “Neue Welt”-Übersetzung der Zeugen Jehovas gelten kann, kritisch begegnen.  Besonders lesenswert sind die Beiträge von Ulrich Wilckens  (der hier auch online zugänglich ist) und Ludger Schwienhorst-Schönberger. So urteilt Wilckens :

“Diese Übersetzung beraubt das Neue Testament der Wahrheit der beiden Grundbekenntnisse, aller christlichen Kirchen, die sie in ihrer Heiligen Schrift begründet wissen:  Der Wahrheit der Gottessohnschaft Jesu Christi und damit der Wahrheit des drei-einen Gottes.”

Zu den weiteren Autorinnen und Autoren gehören u.a.: Karin Bornkamm, Elisabeth Moltmann-Wendel, Jens Schröter, Ulrich H.J. Körtner und Othmar Keel. Die Autoren kommen aus sehr unterschiedlichen theologischen Richtungen, sind sich aber in vielen Kritikpunkten einig, meistens sind die Beiträge auch ausgesprochen sachlich.