Ich bin entsetzt über die Entscheidung der Stadt Siegen, die die Calvary Chapel als Träger der Freien Jugendhilfe abgelehnt hat. Kritisiert wurde an der Calvary Chapel u.a., sie habe sektenähnliche Strukturen und lehne Homosexualität ab. Nun liegt es sicherlich im Ermessen eines Stadtrates, Fördermittel angemessen kirchlichen Gruppen zukommen zu lassen, einen Rechtsanspruch kann sicherlich keine christliche Jugendarbeit stellen. Die Begründung lässt allerdings sehr zu wünschen übrig: wo bitte geschieht denn weltanschaulich “neutrale” Jugendarbeit? Die Calvary Chapel, die der Evangelischen Allianz angehört, ist nicht mehr oder weniger “Sekte” wie jede andere Freikirche auch. Der Stadtrat trifft diese Entscheidung ohne jeglichen Beweis für eine Diskriminierung Homosexueller oder Vereinnahmung Jugendlicher durch die Gemeinde. Im Gegenteil: gerade in der Calvary Chapel haben viele Menschen eine Heimat gefunden, die gesellschaftlich verachtet wurden. Gerade in den letzten Jahren hat die ehrenamtlich-diakonische Arbeit der Gemeinde (SecondHand-Laden, Lebensmittelausgabe uv.a.) nachhaltig zum Gemeinwohl der Stadt beigetragen. Kann eine Stadt das ignorieren?
Dass eine gemeindliche Jugendarbeit auch die Mission Jugendlicher im Blick hat, ist allen christlichen Kirchen gemein und kann nicht als Grund dienen, den Antrag einer Kirche abzulehnen.
Ich möchte an dieser Stelle alle betroffenen Jugendlichen und Gemeindemitglieder ermutigen: auch ohne finanzielle Fördermittel durch die Stadt wird Gott seine Arbeit in Siegen weiterführen! Lasst eure Liebe weiterhin kundwerden allen Menschen, suchet weiterhin der Stadt Bestes und lebt das Evangelium, dem wir als Christen nicht entsagen können!
Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Siegen ihre Entscheidung offiziell begründet!
Weitere Informationen und Hintergründe:
Blog-Beitrag von Tobi Sänger (Jugendpastor der Gemeinde)
idea-Meldung
WDR-Fernsehbeitrag